Plakate

Plakate sind große bedruckte Papierbögen, welche an öffentlich zugänglichen Stellen, senkrecht auf einen Träger angebracht werden, damit die Botschaften der Plakate möglichst sehr viele Passanten erreichen können.

Überwiegend werden Plakate als Werbeträger der Produktwerbung eingesetzt.

Wortherkunft



Das Wort Plakat kommt aus dem Niederländischen. Hier wurde das französische Wort „placard“ zu „placa“ bzw. „plaque“ umgewandelt. Die Bedeutung ist gleichzusetzen mit Platte oder Täfelchen. Aus „plaquer“, was für mörteln und furnieren steht, wurde „placken“ abgleitet, was ankleben oder flicken bedeutet.

Geschichte der Plakatkunst



Die erste Plakatausstellung fand in Frankreich im Jahre 1884 statt. Mit seinen opulenten Bildplakaten wurde Henri de Toulouse-Lautrec schnell zu einem der bekanntesten Vertreter. Erst um 1900 begannen in Deutschland die ersten Plakatmaler und Gebrauchsgrafiker dieses neu Medium für den Gebrauch im öffentlichen Raum bekannt zu machen. Unter ihnen waren auch viel jüdische Kunst- und Architekturabsolventen, besonders von der Münchner Kunstakademie. Lucian Bernhard, der als Erfinder des Berliner Sachplakats gilt, Ludwig Hohlwein, Ernst Deutsch-Dryden, Julius Gipkens, Hans Lindenstaedt, Louis Oppenheim und Hans Rudi Erdt sind nur einige Vertreter dieser Kunst. Auch Edmund Edel und Peter Behrens, Chefdesigner der AEG, gestalteten Plakate für Produkte AEG in Berlin.

Der Zahnarzt und leidenschaftliche Plakatsammler, Hans Josef Sachs (1881-1974) gründete 1905 den Verein der Plakatfreunde. In den Jahren 1908 bis 1919 brachte dieser 20 Ausgaben seiner Zeitschrift „Das Plakat“ heraus. Von 1896 bis 1938 stellten die Mitglieder eine Sammlung von rund 12.500 Plakaten und 18.000 Grafiken zusammen. Nach dem Krieg galt diese Sammlung als verloren, bis ein Teil Mitte der Sechziger Jahre im Zeughaus der DDR wieder auftauchte. 1966 bekam Hans Sachs davon Kenntnis, und wurde damals noch entschädigt. Außerdem bot er seine Hilfe zur Archivierung an.

Hans Sachs´ Plakatsammlung befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Sein Sohn Peter Sachs, welcher heute in den USA lebt, fordert seit 2002 die unter der „Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter“ bezeichnete Restitution der einzigartigen Sammlung in den Familienbesitz.

Vor dem zweiten Weltkrieg war die Firma Hollerbaum & Schmidt eine der größten und erfolgreichsten Plakathersteller Berlins. Durch sie etablierte sich die Litfasssäule schnell zum idealen Plakatträger.

Die Motive der Plakate wurden bereits ab 1910 auf blechschilder emailliert, um deren Haltbarkeit zu erhöhen. Viele Emaille-Schilder und Plakate aus der Anfangszeit dieses Werbemittels, wurden nach und nach zu sehr begehrten Sammelobjekten. Ab und zu lösten diese Plakate auch Skandale aus. Von sich reden machten auch die Plakate der Pop-Art und der Protestbewegung aus den Sechziger Jahren.

Verschieden Arten von Plakaten



Textplakate



Diese Plakate haben eine längere Geschichte. Sie kündigten schon Shakespeares Schauspiele an oder machten Luthers Thesen bekannt. Sie dienten jahrhundertelang der Mitteilung politischer Entscheidungen oder riefen zu großen Versammlungen oder zum Protest aus.

Farbplakate



Eine große Revolution in der Plakatgestaltung wurde mit der Farblithographie eingeläutet. Diese ermöglichte einen preiswerten Plakatdruck in verschiedenen Farben. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese Technik in Frankreich entwickelt und verbreitete sich in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts in ganz Europa. Überwiegend dienten diese Plakate der Produktwerbung. Die Litfasssäule und Hauswände waren hier die wichtigsten Werbeträger für Plakate.

Bildplakate



Als Begründer des Bildplakats gilt Jules Chéret. Im 20. Jahrhundert, mit dem Beginn der Farbphotographie, fanden photographische Motive Eingang in die Plakatwerbung. Sehr dekorative, plakatähnliche Drucke werden als Poster bezeichnet. Diese bilden seit den 60er Jahren ein eigenes Genrre der Jugendkultur. Diese holt sich mit den Postern ihre Idole in die eigenen vier Wände.

Plakate zur Propaganda



Im Laufe des Ersten und Zweiten Weltkrieg spielten insbesondere Plakate zu Propagandazwecken und der Schaffung eines Feindbildes eine verhängnisvolle Rolle.

Kinoplakate



Rasch entdeckte auch die Filmindustrie das Potential des Plakateinsatzes bei der Werbung. Heutzutage ist das Sammeln von Filmplakaten ein verbreitetes Hobby geworden.